Fr
08
Jun
2012
Einsatz von Fotofiltern - Teil V - Polarisationsfilter
Der letzte Teil meiner fünfteiligen Artikelserie (Einleitung + Graufilter + Weichzeichner + Grauverlauffilter) über die in der Digitalfotografie noch nützlichen Fotofilter widmet sich dem Polfilter. Genauer dem Zirkular-Polfilter, da lineare Polfilter sowohl die automatische Belichtung einer DSLR, als auch den Autofokus stören können.
Eine sehr gute technische Erklärung bietet wie immer die Wikipedia, weitere nützliche Informationen sind auf der Seite von Schneider-Kreuznach zu finden <klick> und <klick>. Insbesondere die Artikel von Schneider möchte ich hervorheben. Darin ist alles enthalten, wobei ich auf einige Punkte hier noch näher eingehe:
Verwendungszweck des Filters:
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Verstärkung des Kontrastes der Aufnahme
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Höhere Sättigung der Farben
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Intensive Blaufärbung des Himmels mit Hervorhebung der Wolken – Steigerung der Plastizität
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Verstärkung oder Minderung von Reflexen auf spiegelnden Flächen (z. B. Fensterscheiben / Wasserflächen / Autolack / etc.), die nicht metallisch sind. Die Reflexminderung oder -verstärkung kann durch Bildbearbeitung nicht nachgebildet werden.
Verlängerungsfaktor:
Ein Polfilter schluckt Licht – teilweise sehr viel Licht - je nach Grad der eingestellten Polarisation. Insbesondere
am frühen Morgen oder am Abend kann deshalb, sofern niedrige ISO-Stufen und geschlossene Blenden (z. B. Randschärfe + Tiefenschärfe bei Landschaftsaufnahmen) verwendet werden sollen, ein Stativ
erforderlich sein. Der Lichtverlust kann gut 1,5 Blendenstufen betragen. So wird aus 1/200s schnell eine 1/60s. Je nach verwendeter Brennweite oder Pixeldichte des Sensors oder Konstitution des
Fotografen kann diese Verschlusszeit bei einer DSLR-Kamera möglicherweise nicht mehr verwackelungsfrei gehalten werden. Es gibt zwar auch Polfilter, die weniger Licht schlucken sollen (von
Helioplan z. B. den High-Transmission-Polfilter), hierzu kann ich mangels eigener Erfahrung jedoch nichts sagen.
Motivausrichtung:
Der Effekt ist der Polarisation ist am höchsten, wenn das Motiv im Winkel von 90° zur Lichtquelle steht. Mit der
Sonne im Rücken oder zur Sonne hin – nur geringer bzw. kein Filtereffekt. Grob gesagt: Quer zur Sonne fotografieren, dann ist der Effekt am stärksten.
Förderliche Brennweite:
An meiner D300 hat mein Nikkor 24-70 einen Bildwinkel wie ein 36-105 an Kleinbild. Ein noch weitwinkeligeres Objektiv, auf das ich einen Filter schrauben könnte, habe ich nicht. Bei Aufnahmen mit 24mm Brennweite an der D300 gelingen nur selten Aufnahmen, bei denen der Himmel vollständig polarisiert ist. Im Normalfall ist die Polarisierung in der Mitte am deutlichsten und fällt zu den Rändern ab. Im Extremfall führt dies dazu, dass ein Teil des Himmels sehr dunkelblau ist und der Rest deutlich heller. In diesem Fall ist es dann günstig, den Effekt nicht so stark auszureizen, bzw. in die Bildbearbeitung muss mehr Aufwand gesteckt werden um den Himmel gleichmäßig einzufärben. Bei längeren Brennweiten habe ich damit keine Schwierigkeiten – da ist der Himmel vollständig und gleichmäßig eingefärbt.
Nachfolgend ein paar Polfilter-Aufnahmen zur Verdeutlichung:
Fazit:
Polfilter sind nützlich um kräftige Farben zu erhalten und/oder störende Reflexe zu entfernen. Beim Kauf auf jeden Fall darauf achten, so der Filter mit einer Autofokus-Kamera zum Einsatz kommt, dass ein Zirkular-Polfilter ausgewählt wird. Gute Hersteller sind B+W (Schneider-Kreuznach), Heliopan und Hoya. Seit kurzer Zeit bietet auch Carl Zeiss Polfilter an.
wolfgang dengler



