Mo
28
Mai
2012
Einsatz von Fotofiltern – Teil III – Weichzeichner
In Teil I habe ich über meine grundsätzliche Bewertung von Fotofiltern geschrieben, Teil II handelt über den Einsatz und die Verwendung von Graufiltern und Teil III behandelt Filter für die Weichzeichnung von Motiven.
Der Einsatz eines Weichzeichner-Filters ist mit den heutigen Möglichkeiten der Bildbearbeitung zumindest als speziell zu bezeichnen. Gaußsche Weichzeichner, Stempel für die Entfernung von Hautunreinheiten oder Programme, die extra für die Retusche von Haut entwickelt wurden, gibt es. Daneben gibt es, wenn auch deutlich teurer, spezielle Objektive für Vorder- und Hintergrundunschärfe (z. B. DC-Nikkore) oder extrem teure Tilt- und Shift-Objektive, mit denen gezielt die Schärfe auf einen bestimmten Punkt gelegt wird und der Rest des Motivs in Unschärfe verschwindet. Zugleich bedeutet der Einsatz von Weichzeichner-Filtern meist auch, dass der Autofokus der Kamera nicht mehr funktioniert, da die auf der Filteroberfläche aufgebrachten Strukturen den Autofokus stören. Manuelles Scharfstellen auf das Motiv ist also erforderlich.
Welche Gründe sprechen nun denn für einen hochwertigen Weichzeichner?
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Entgegen einem nachträglich angewandten Gaußschen Weichzeichner bleibt im Bild eine deutliche Grundschärfe erhalten
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Dennoch wirkt das ganze Bild, als würde ein transparenter Schleier darüber liegen – wie im leichten Nebel
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Das Bokeh im Vorder- und Hintergrund wird beruhigt
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Spitzlichter werden geglättet und um dunklere Bildteile bildet sich eine Art Heiligenschein oder Gloriole
Ich selbst verwende für Weichzeichnereffekte einen B+W SoftPro. Hierbei handelt es sich um einen Glasfilter, auf dessen Oberfläche Mikrolinsen angebracht sind. Neu kostet dieser Filter mit einem 77mm-Gewinde ab > 105 €, meinen habe ich im Abverkauf für 45 € bekommen. Für diesen Preis ein echtes Schnäppchen.
Beim Einsatz ist auf folgendes zu achten:
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Der Weichzeichnereffekt wird bei längeren Brennweiten stärker als bei kurzen; im Weitwinkel ist der Effekt geringer als mit Teleobjektiv
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Damit ideal für Portraitanwendungen – aber auch für Landschaft
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Blende nicht zu weit schließen – Blende 2,8 bis 5,6 sind gut
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Bei stärker geschlossener Blende sind unter Umständen die Filterstrukturen zu erkennen (Wassertropfen im Bild – die Mikrolinsen auf der Filterfläche)
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Eher etwas länger belichten als ohne Filter – nicht weil der Filter Licht schluckt, sondern weil die Gloriolen ausgeprägt sein sollen
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Aufnahmen so auswählen, dass ein Weichzeichnereinsatz auch passt – diffuses Licht (morgens / abends) unterstützt den Effekt
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Auf den Vorder- und Hintergrund achten. Einen nervösen Vorder- Hintergrund mit einem Weichzeichner zu beruhigen kann gelingen - oder auch nicht
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Allerdings ist ein so aufgenommenes Bild auch für die nachträgliche partielle Weichzeichnung von Vorder- Hintergrund dankbarer – die übrigen Vorteile bleiben ja
Fazit:
Eine Aufnahme, bei der ein Weichzeichner sorgfältig eingesetzt wurde, kann durch den besonderen Lichtschein deutlich besser wirken als ein nachträglich angewandter Software-Weichzeichner. Die weichen Lichtsäume im gesamten Motiv lassen sich per Bildbearbeitung nicht nachträglich einfügen.
Noch ein paar Vergleichsaufnahmen:
Und hier eine Aufnahme mit falsch gewählter Blende. Die Mikrolinsen sind deutlich zu erkennen.
Zu Teil IV der Serie kommt Ihr hier.
wolfgang dengler




